Meine Zeit “in der Fliegerei”
Im Juni 1978 begann meine lange Laufbahn in der Fliegerei – und damit ein ziemlich großer Teil meines Lebens.
Als erste Frau wechselte ich vom Creweinsatz in die Verkehrszentrale – ein Bereich, der damals noch deutlich von Männern geprägt war. Als ich Verkehrsleiter in wurde, war ich damals eine der ersten Frauen in diesem Beruf und ging beruflich Wege, die zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich waren.
Später kam die Cargo dazu, wo ich als Verkehrsleiterin und Flugdienstberaterin arbeiten konnte. Damit hatte ich schließlich die Möglichkeit, vieles von dem anzuwenden, was ich mir über die Jahre erarbeitet hatte.
Nach mehr als vier Jahrzehnten war dann im Juni 2021 mein Berufsleben eigentlich zu Ende. Eigentlich – denn während der Pandemie habe ich im Frühjahr 2022 noch einmal ausgeholfen, weil das Personal knapp war.
Aber danach war es wirklich soweit: Meine Lebensarbeitszeit war getan.

Ein Abschied mitten in der Pandemie – ich wollte nicht einfach „wegbleiben“.
Mein eigentlicher Abschied im Juni 2021 fiel mitten in die Corona-Pandemie. Die Büros waren weitgehend verwaist, viele Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice oder in Kurzarbeit. Abschiedsfeiern fanden praktisch nicht statt – und viele Menschen, die in Ruhestand oder Vorruhestand gingen, hatten ihre Kolleg schon lange nicht mehr gesehen.
Also habe ich mir etwas ausgedacht.
Bereits im Dezember 2020 begann ich, meine Fotos zu durchforsten. Alles, was mit meinem beruflichen Weg zu tun hatte, wurde gesammelt: Kolleginnen und Kollegen, Freundschaften, Dienstreisen, besondere Momente und Erinnerungen aus mehr als vier Jahrzehnten in der Fliegerei.
Daraus entstand ein Film.
Das war für mich damals völliges Neuland – und eine ziemlich spannende Erfahrung. Allein die Suche nach der passenden Musik hat mich viele, viele Stunden und einige schlaflose Nächte gekostet. Aber irgendwann war er fertig.
Und weil ich nun einmal Webseiten mache, bekam der Film natürlich auch seine eigene Webseite: „Danke-und-Tschuess.de“.
Dort gab es Abschiedsworte, Geschichten, eine Galerie, ein Gästebuch und natürlich den Film.
Den Link verschickte ich an die Kolleginnen und Kollegen, die mir aus Boden und Cockpit einfielen. Und es kamen tatsächlich viele persönliche Abschiedsgrüße zusammen.
Das Gästebuch habe ich anschließend als kleines persönliches Buch drucken lassen. Die Webseite selbst wurde einige Monate später gelöscht.
Damit war dieses Kapitel Geschichte.
Aber die Erinnerungen sind geblieben.
Und auch der Film ist geblieben. Für Außenstehende vielleicht nicht immer ganz leicht zu verstehen – für diejenigen, die damals dabei waren, wahrscheinlich ziemlich selbsterklärend.
Ich hatte eine lange, bewegte und meistens sehr schöne Zeit in der Fliegerei.
